Sondersammlungen zu Sophie von La Roche, Justin Heinrich Knecht,
zur Geschichte des Theaters im 18. Jahrhunderts sowie zur Stadtgeschichte Biberachs
Sophie von La Roche (1730–1807)
Wieland und seine drei Jahre ältere Cousine Maria Sophie Gutermann von Gutershofen lernten sich durch Briefe kennen. Bei ihrer ersten persönlichen Begegnung im Sommer 1750 beeindruckte die attraktive, lebenserfahrene und begabte junge Frau den knapp siebzehnjährigen Christoph Martin so stark, dass er sich alsbald mit ihr auf einem Spaziergang zum „Lindele“ oberhalb von Biberach verlobte. Dieser Verlobungsspaziergang, der für Wieland auch literarisch bedeutsam wurde, begründete jene „herzliche, edle Freundschaft“ (Wieland), die ein Leben lang andauern sollte.
Zwar löste Sophie die Verlobung bereits im Dezember 1752 und heiratete später Georg Michael Frank La Roche, der in Diensten des Grafen Stadion stand und als dessen unehelicher Sohn galt. Doch pflegte Sophie La Roche weiterhin einen empfindsamen Briefkontakt mit ihrem Jugendfreund und betraute den berühmt gewordenen Wieland mit der Herausgabe der „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ (1771), durch die sie zur populärsten deutschen Schriftstellerin ihrer Zeit werden sollte.

Justin Heinrich Knecht (1752–1817)
wurde am 30. September 1752 als Spross einer Biberacher Familie in Biberach geboren und galt schon in jungen Jahren als musikalisch hochbegabt. Christoph Martin Wieland erkannte die Fähigkeiten des jungen Knecht und ermunterte ihn, einige kleinere Musikstücke zu einem von ihm verfassten Theaterstück „Hubertusburger Frieden“ zu schreiben. Zudem unterrichtete er ihn in der italienischen Sprache und führte ihn in die Gesellschaft des Grafen Friedrich von Stadion ein. Auch nach seinem Weggang aus Biberach zeigte Wieland großes Interesse an Knechts musikalischem Schaffen. Als Knecht ihm im Jahre 1785 eine Komposition verschiedener Stanzen aus dem „Oberon“ (1780) nach Weimar schickte, wurde er von Wieland für seine Arbeit mit einem Fass Wein belohnt.

Geschichte des Biberacher Theaters im 18. Jahrhundert
Die darstellende Kunst hat in Biberach eine bis in das 16. Jahrhundert zurückreichende, bis heute ungebrochene Tradition. Bereits im Jahre 1597 fanden noch ganz kirchlich geprägte Laien- und Schultheateraufführungen statt. Im Jahre 1686 wurde von achtzehn Bürgern beider Konfessionen die „Bürgerliche Comödiantengesellschaft“ gegründet, die sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts in eine „Evangelische“ und „Katholische Bürgerliche Comödianten-Gesellschaft“ spaltete. Als Wieland im Jahre 1761 für ein Jahr die Leitung der „Biberacher Evangelischen Bürgerlichen Comödianten-Gesellschaft“ übernahm, begann die große Zeit des Biberacher Theaters.

Geschichte der Stadt Biberach

Die Heimatstadt Wielands, die urkundlich erstmals im Jahre 1083 erwähnt wird, war seit 1401 eine dem Kaiser unterstellte, „aristokratische“ Stadtrepublik. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation war die Reichstadt Biberach wegen ihrer berühmten Paritätsbestimmung etwas ganz Besonderes: Nach erfolgter Reformation im Jahre 1531 gelang es den Katholiken, sich in den Kämpfen mit den Protestanten zu behaupten, so dass nach dem Westfälischen Frieden (1648) alle Ämter, auch das des Bürgermeisters, paritätisch von den „Augsburger Konfessionsverwandten“ und den Katholiken besetzt wurden. Alle öffentlichen Funktionen wechselten turnusmäßig und auch die Stadtpfarrkirche, wo Wielands Vater zuweilen predigte, stand stets beiden Konfessionen zur Verfügung.
Die Sammlungen zur Stadtgeschichte im Wieland-Archiv dokumentieren, wie sich das Leben der beiden Konfessionen in der Stadt gestaltete und mit welchen Schwierigkeiten der Gedanke der Koexistenz beider Konfessionen verbunden war.

 

 

 

 

 

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